이주 - 50 Jahre koreanische Zuwanderung nach Deutschland

Sammelband zur koreanischen Zuwanderung – „edition DOMiD“ geht in die zweite Runde

17.12.2013

Vor 50 Jahren trat am 16.12.1963 das „Programm zur vorübergehenden Beschäftigung von koreanischen Bergarbeitern im westdeutschen Steinkohlenbergbau“ in Kraft. Mit Hilfe der angeworbenen Arbeitern sollte die Bergbauindustrie im Ruhrgebiet aufrechterhalten werden. Bis zum Jahr 1977 kamen daher rund 8.000 südkoreanische Bergarbeiter in die BRD.

Durch ein weiteres Abkommen am 26.07.1971 wurden zusätzlich auch südkoreanische Krankenschwestern angeworben. Deutsche Krankenhäuser hatten bereits seit 1966 aufgrund fehlender Krankenschwestern südkoreanisches Personal auf privaten Weg beschäftigt. Insgesamt wanderten so etwa 10.000 SüdkoreanerInnen in die Bundesrepublik ein.

Die Anwerbung von koreanischen Bergleuten und Krankenschwestern ist nur eine Facette der vielfältigen deutsch-koreanischen Migrationsgeschichte. So lebten in der DDR seit den 1950er Jahren mehrere hundert NordkoreanerInnen. Sie waren als StudentenInnen und Fachkräfte in die DDR gekommen, um sich dort ausbilden zu lassen. Gemeinsam waren beiden Zuwanderungsgruppen die Situation der Teilung im Heimatland und die damit verbundenen Versuche, die jeweils andere Seite politisch zu beeinflussen. Gemeinsam waren beiden Zuwanderungsgruppen auch das Gefühl der Fremdheit, des Heimwehs und die vielen Probleme, in einer anderen kulturellen Umgebung zu leben.

Sammelband zur Migration aus Korea

In Deutschland wissen die wenigsten Menschen, dass es eine koreanische Einwanderung gab und gibt. DOMiD hat deshalb mit seinen Kooperationspartnern, der Korea Stiftung und dem Korea Verband, beschlossen, einen Sammelband herauszugeben, der die koreanische Migrationsgeschichte nach Deutschland beleuchtet. Neben der Darstellung des Arbeitsalltags südkoreanischer Bergarbeiter und Krankenschwestern in der BRD werden auch die Lebensumstände nordkoreanischer MigrantInnen in der DDR betrachtet. Zusätzlich thematisiert der Band die Situation der zweiten und dritten Generation, die Geschichte der koreanischen Adoptivkinder sowie das kulturelle Leben in Deutschland. Durch einen transnationalen Ansatz, der auch die Einflüsse in Korea in den Blick nimmt, wird der Vielfalt von Migration Rechnung getragen. Beigefügte Interviews sowie persönliche Dokumente wie Briefe und Tagebucheinträge erlauben einen weiteren, persönlichen Einblick in die Erfahrungen koreanischer MigrantInnen in Deutschland.

Die Publikation erscheint als zweiter Band der Reihe „edition DOMiD“. Diese hat den Anspruch, migrationsspezifische Themen, die bisher nicht im Zentrum der medialen oder wissenschaftlichen Aufmerksamkeit standen, aufzugreifen. Der erste Band der „edition DOMiD“ war »Gastarbeiter« im Streik – Die Arbeitsniederlegung bei Ford Köln im August 1973 von Jörg Huwer. Die große Nachfrage – die erste Auflage ist fast vergriffen – bestätigt das Konzept der Reihe.

Über den weiteren Verlauf - insbesondere über die Veröffentlichung dieses Sammelbands im Herbst 2014 informieren wir Sie auf unserer Webseite und in unseren Social Media Kanälen!

 

Bildnachweis: Verein der nach Deutschland entsandten Bergleute und Krankenschwestern und Professor Kwon (siehe: http://korea-migration.de/wordpress/?page_id=70)