Meilenstein auf dem Weg zu einem zentralen Migrationsmuseum erreicht

 

 

Meilenstein auf dem Weg zu einem zentralen Migrationsmuseum erreicht

  • Breite Zustimmung für zentrales Migrationsmuseum in Deutschland
  • Viele Vorteile für Standort Köln
  • Mit DOMiD wird ein erfahrener Akteur als Träger benannt

 

Köln, 07.02.2018 – Der Rat der Stadt Köln hat auf Antrag des Integrationsrates die Weichen für ein zentrales Migrationsmuseum in Deutschland gestellt. Die Ratsmitglieder stimmten am Dienstag fraktionsübergreifend mit Ausnahme der AfD-Fraktion für eine Ansiedlung des wegweisenden Museums in Köln. Damit hat sich eine Stadt gefunden, die ein Zeichen setzt und sich des viel diskutierten Themas der Migration annimmt. DOMiD, das  Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland, soll die Trägerschaft übernehmen. Die Kölner Stadtverwaltung intensiviert nun zusammen mit DOMiD die Verhandlungen um die Finanzierung des Museums auf Landes- und Bundesebene.

Ahmet Sezer, Vorstand von DOMiD, begrüßt die Entscheidung: „Die Erinnerungen und das Wissen der vielen Menschen die nach Deutschland gekommen sind und das Land mit aufgebaut haben, dürfen niemals verloren gehen. Die bundesweit einzigartige Sammlung von DOMiD mit über 150.000 Objekten, Dokumenten und Fotos und die damit verbundenen Lebensgeschichten haben es verdient, in einem zentralen Museum gesehen und gehört zu werden. Diesem Ziel sind wir heute ein Stück näher gekommen.“

Zustimmung auf Bundesebene

Auch in Berlin wird die Entscheidung positiv aufgenommen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz erklärt: „Ein Einwanderungsland wie Deutschland braucht ein Geschichtsnarrativ, das möglichst vielen Menschen die Teilhabe an der Geschichte ermöglicht.  Es soll zeigen, dass Migration der Normalfall ist. Ein Migrationsmuseum kann zudem ein Begegnungsort sein: Hier können die aktuellen Debatten um Migration und Integration differenziert und persönlich geführt werden. Ich begrüße, dass der Rat der Stadt Köln sich für ein Migrationsmuseum einsetzen will und sich damit zur Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft bekennt.“

Die Schirmherrin des Projekts, Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., begrüßte die Entscheidung ebenfalls:  „Ich freue mich, dass der Rat der Stadt Köln sich für die Ansiedlung eines zentralen Migrationsmuseums einsetzt. Es geht um einen Ort, an dem Deutschland sich als Einwanderungsland entdecken und verstehen lernen kann.“

Weitere Schritte auf Landes- und Bundesebene erforderlich

Der Geschäftsführer von DOMiD, Dr. Robert Fuchs, betont die vielfältigen Umsetzungsmöglichkeiten, die sich in der Rheinmetropole ergeben: „Von thematischen Pavillons in einem Park über einen solitären Museumsneubau an einem städtischen Platz bis hin zu einem Umbau eines Bestandsgebäudes sind viele Realisierungsmöglichkeiten denkbar.“ Mit Blick auf das weitere Vorgehen erklärt Fuchs: „Jetzt, wo die Weichen für den Standort Köln gestellt sind, geht es darum, gemeinsam die nächsten Schritte auf Landes- und Bundesebene zu gehen.“

Innovatives Museumskonzept geplant

Das Museumskonzept von DOMiD geht nicht von der Geschichte als Ausgangspunkt, sondern von der gegenwärtigen Migrationsgesellschaft aus. Das Haus versteht sich als ein Forum der offenen Diskussion über die Migrationsgesellschaft. Nicht überkommene Denkmuster, die Menschen in ein „Wir“ und in ein „Die“ einteilen, sondern die Frage, wie Migration Gesellschaft verändert, steht im Mittelpunkt des zukünftigen Museums.

Durch neue Erzählungen der Migrationsgeschichte wird eine Stärkung der Zivilgesellschaft beabsichtigt. Die vielfältigen Perspektiven auf die Migrationsgesellschaft sollen zu einer Entdramatisierung der Debatten um Migration und dem Abbau von Mythen und Vorurteilen beitragen.



Pressefotos: Senden wir Ihnen gerne auf Anfrage zu

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Beschlussvorlage Stadtrat (06.02.2018)