Haus der Einwanderungsgesellschaft

Das zentrale Migrationsmuseum

Wir leben in einer Einwanderungsgesellschaft: Migration prägt unseren Alltag. In deutschen Städten wird jedes zweite Kind mit „Migrationshintergrund“ geboren. Die Erkenntnis, dass Migration den Normallfall darstellt, ist aber noch nicht in der Gesellschaft verankert. Die Vermittlung von Wissen um die kulturelle Vielfalt und der Abbau von Vorurteilen sind wichtig für unser zukünftiges Zusammenleben. Ein Haus, in dem Deutschland sich als Einwanderungsland entdecken kann, bietet hierzu die Möglichkeit.

Unser geplantes Haus geht von der Gegenwart aus. Es zeichnet die Entwicklung der Migrationsgesellschaft und ihren ständigen Wandel nach. Die Geschichte unserer Gesellschaft wird multiperspektivisch erzählt und ein neues historisches Narrativ geschaffen. Der Fokus liegt auf der Zeit von 1945 bis heute. Dabei werden alle Migrationsformen behandelt – von Flucht und Vertreibung über Arbeitsmigration, Familiennachzug und Aussiedlung bis zu multilokalen Lebensentwürfen.

Hinzu kommen Exkurse zur Auswanderung, denn Migration ist keine Einbahnstraße. Gleichzeitig beziehen wir die Herkunftsländer in die Betrachtung mit ein, denn Migration ist ein transnationaler Prozess. Die Ausstellung wird als lebendiger Ort konzipiert, in dem ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vermittlung und Erlebnis besteht. Unsere Objekte und Geschichten vermitteln ganz konkret, was Migration bedeutet.

Der Weg zum Ziel

2016 hat DOMiD mit Mitteln der Bezirksregierung Nordrhein-Westfalens eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben, um den Bedarf und die Möglichkeiten eines Migrationsmuseums zu prüfen. Die Agentur facts & fiction ging aus dem Wettbewerb erfolgreich hervor. Sie untersuchte den gesellschaftlichen und räumlichen Bedarf, Standortfaktoren, stellte einen Finanzplan auf und machte Vorschläge für ein inhaltliches Konzept. Die zentralen Ergebnissen stehen in einer Broschüre zum Download zur Verfügung.

2017 wurde das Projekt "Migrationsmuseum" in den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen aufgenommen. DOMiD-Mitbegründer und Vorstandsmitglied Ahmet Sezer sagte dazu: „Wir freuen uns, dass die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag einen mutigen und entscheidenden Schritt weitergehen: Sie werden das Vorhaben eines zentralen Migrationsmuseums von DOMiD konstruktiv begleiten. Diesen Schritt betrachten wir als einen Meilenstein."

Im Februar 2018 folgte ein weiterer Schritt: Die Ratsmitglieder der Stadt Köln stimmten fraktionsübergreifend (mit Ausnahme der AfD-Fraktion) für eine Ansiedlung des wegweisenden Museums in Köln. Damit hat sich eine Stadt gefunden, die ein Zeichen setzt und sich des viel diskutierten Themas der Migration annimmt. Seitdem wird ein geeigneter Standort gesucht, der eine Umsetzung des Hauses erlaubt.