DOMiD, das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V., ist ein gemeinnütziger Verein, der sich historischen Fragen der Migration in Deutschland und ihren Folgen widmet. Dies geschieht insbesondere durch folgende Aktivitäten:
Der Verein ist politisch unabhängig und weltanschaulich neutral. Interessierten Personen steht die Mitgliedschaft offen. Die Mitarbeit im Verein ist willkommen. Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Projektmitteln öffentlicher und privater Träger sowie durch Sponsorengelder.
1. Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ des Vereins. Sie
entscheidet in allen Vereinsangelegenheiten, die nicht vom Vorstand
oder einem anderen in der Satzung bestimmten Organ zu
besorgen sind. Die Mitgliederversammlung findet mindestens einmal im
Jahr statt.
2. Vorstand
Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung gewählt. Er besteht
aus sieben Vorstandsmitgliedern, die wiederum aus ihrer Mitte den
dreiköpfigen Sprecherkreis wählen. Die Aufgaben der einzelnen
Vorstandsmitglieder sind in der
Geschäftsordnung
geregelt. Die Amtsperiode des Vorstandes beträgt zwei
Jahre.
Auf der letzten Mitgliederversammlung am 24. April 2012 wurden Murad
Bayraktar, Norbert Brünen, Jens Grimmelijkhuizen, Dr. Ali Kemal Gün,
Klaus Köster, Ahmet Sezer und Fatma Uzun in den Vorstand gewählt.
Sprecher des Vorstandes sind Murad Bayraktar, Jens Grimmelijkhuizen,
Ahmet Sezer.
3. Rechnungsprüferinnen und -prüfer
Die Rechnungsprüferinnen und -prüfer werden von der
Mitgliederversammlung gewählt. Sie überprüfen die Kassenführung und
erstatten darüber der Mitgliederversammlung Bericht.
4. Fachbeirat
Die wesentliche Aufgabe des Fachbeirates ist es, den Verein in seiner
inhaltlichen Entwicklung zu beraten. Dem Fachbeirat gehören
international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus
ganz Deutschland an, die das Forschungsspektrum des Vereins fachlich
abdecken. Die Mitglieder des Fachbeirats werden vom Vorstand auf
unbestimmte Zeit ernannt.
Liste der
Fachbeirats-Mitglieder, Stand: Mai 2009
(PDF-Datei / Dateigröße 13 KB)
DOMiD Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. wurde 1990 unter dem Namen "DOMiT Dokumentationszentrum und Museum über die Migration aus der Türkei e.V." als Selbstorganisation türkischer MigrantenInnen gegründet. Anlass hierzu war die Beobachtung, dass die Geschichte der Einwanderer weder in der historischen Wissenschaft noch in Museen oder Archiven besondere Aufmerksamkeit erhielt, obwohl sich die bundesdeutsche Gesellschaft in Folge der Anwerbung und der dauerhaften Niederlassung von ArbeitsmigrantInnen seit den 1950er Jahren tiefgreifend verändert hatte.
Um das historische Erbe der Einwanderer für zukünftige Generationen zu bewahren, wurde ein Archiv begründet, das heute eine bundesweit einzigartige Sammlung an sozial-, alltags- und kulturgeschichtlichen Zeugnissen zur Geschichte der Einwanderung nach Deutschland umfasst. Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde DOMiT durch die Ausstellung "Fremde Heimat. Eine Geschichte der Einwanderung aus der Türkei", die 1998 im Ruhrlandmuseum Essen gezeigt wurde. Weitere Ausstellungen und Internetprojekte zur Migration nach Deutschland folgten.
In den Jahren 2002 bis 2006 führte DOMiT in Kooperation mit dem Kölnischen Kunstverein, dem Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Frankfurt am Main und dem Institut für Theorie der Gestaltung und Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich das "Projekt Migration" durch. Das von der Bundeskulturstiftung initiierte und geförderte Projekt mündete in eine große sozialgeschichtliche und künstlerische Ausstellung, die 2005/2006 an vier Standorten in Köln zu sehen war. Im Rahmen des "Projekt Migration" wurde die sozial- und kulturgeschichtliche Sammlung des Vereins um Materialien zur Migration aus Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Marokko, Tunesien, Ex-Jugoslawien, Südkorea, Vietnam, Mosambik und Angola erweitert. Diese Erweiterung führte zu einer Namensänderung: Aufgrund des bereits erzielten Bekanntheitsgrades wurde das Kürzel DOMiT beibehalten; es steht seit 2005 für "Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V." Eine Ausweitung des Sammlungsspektrums auf weitere Migrationsformen und Herkunftsländer ist für die Zukunft angestrebt.
DOMiDs langfristiges Ziel ist es, in Deutschland ein Migrationsmuseum als Zentrum der Geschichte, Kunst und Kultur der Migration zu errichten. Ein solches Zentrum soll dazu beitragen, das historische Gedächtnis der Migrationsgesellschaft sichtbar und erfahrbar zu machen. Um Unterstützung für dieses Anliegen zu mobilisieren, wurden in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Netzwerk Migration in Europa mehrere Tagungen organisiert. Im Oktober 2002 gründete sich in Köln ein Initiativkreis (Pressemitteilung, PDF-Datei / Dateigröße 481 KB). Im Jahr darauf entstand daraus der Verein "Migrationsmuseum in Deutschland e.V.", in dem sich VertreterInnen verschiedener Migranten-Communities und WissenschaftlerInnen zusammen schlossen.
Im Juni 2007 hat DOMiT mit dem Verein "Migrationsmuseum in Deutschland e.V." fusioniert. Der neue Verein DOMiD Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. ist nicht mehr eine Selbstorganisation türkischer Migranten, sondern führt Migranten und Migrantinnen unterschiedlicher Herkunft und Deutsche ohne Migrationshintergrund zusammen. Die Vereinssatzung sieht vor, dass die Zusammensetzung der Vereinsorgane die Vielfalt der Einwanderung nach Deutschland angemessen repräsentiert - insbesondere durch die aktive Partizipation von Personen, die unterschiedlichen Einwanderercommunities entstammen und/oder selbst eingewandert sind. Zur Unterstützung der Vereinsarbeit wurde ein Förderverein gegründet.