Bis zum Anwerbestop im Jahre 1973 reisten rund 14 Millionen Menschen aus den Anwerbestaaten zur Arbeitsaufnahme in die Bundesrepublik ein. Etwa 11 Millionen von ihnen kehrten wieder in ihre Heimatländer zurück. Bei den übrigen 5  Millionen traten die ursprünglichen Rückkehrabsichten mit zunehmendem Alter und länger andauerndem Aufenthalt immer weiter in den Hintergrund. Sie blieben in Deutschland und begannen ihre Familien nachzuholen. Aus dem vorübergehenden Arbeitsaufenthalt wurde ein langfristiger Daueraufenthalt. Aus den sogenannten "Gastarbeitern" wurden Einwanderer.

Die Fotoausstellung "Geteilte Erinnerungen" gibt einen Einblick in die Arbeits- und Lebenswelt dieser ersten Generation von MigrantInnen. Auf insgesamt 35 Bild- und Texttafeln wird ihr Weg von der ersten Kontaktaufnahme mit den Außenstellen des Deutschen Arbeitsamtes über die Einreise in die Bundesrepublik bis hin zu ihrem Arbeits- und Lebensalltag in Deutschland dokumentiert.

Die Fotografien stammen sowohl aus privaten Beständen als auch von professionellen Fotografen. Sie zeigen die einstigen "Gastarbeiter" eben nicht nur an ihrem Arbeitsplatz - in der Fabrik, in der Werkstatt, im Krankenhaus - sondern vermitteln darüber hinaus einen Eindruck von ihren Leben "nach Feierabend". Der Besucher sieht die Menschen beim Musikhören in ihren Wohnheimzimmern, beim Deutschunterricht, beim Tanzen, beim Einkaufen, oder beim Fußballspielen. Auch Familienfeiern und Heimatbesuche sind auf Zelluloid festgehalten worden. Er erfährt etwas über die Geschichte und Gefühle der MigrantInnen aus ihrer eigenen Perspektive. So können aus "ihren" Erinnerungen "geteilte Erinnerungen" werden.
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Fotos: DOMiD-Archiv