Vor den Außenstellen der Bundesanstalt für Arbeit warten täglich Hunderte von Menschen, um sich im Auftrag deutscher Unternehmen für eine Arbeitsstelle in der Bundesrepublik Deutschland vermitteln zu lassen. Ein kaum vorstellbarer Arbeitskräftemangel in der BRD und eine hohe Arbeitslosigkeit in den Anwerbeländern führen bereits ab 1955 zu Anwerbevereinbarungen mit Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und mit Ex-Jugoslawien.
In der DDR gab es ebenfalls Ausländerbeschäftigung. Schon kurz nach dem Mauerbau warb die DDR ausländische Arbeitskräfte an. Diese waren – ähnlich den „Gastarbeitern“ in der Bundesrepublik – hauptsächlich in Arbeitsfeldern tätig, die von deutschen Arbeitskräften am wenigsten geschätzt wurden. Einige der Dias durchleuchten diese bisher wenig beachtete Geschichte der sogenannten „Vertragsarbeiter“.
Bis zum Anwerbestopp im Jahre 1973 reisten rund 14 Millionen Menschen aus den Anwerbestaaten zur Arbeitsaufnahme in die Bundesrepublik ein. Etwa 11 Millionen von ihnen kehrten wieder in ihre Heimatländer zurück. Bei den Übrigen traten die ursprünglichen Rückkehrabsichten mit zunehmendem Alter und länger andauerndem Aufenthalt immer weiter in den Hintergrund. Sie blieben in Deutschland und begannen ihre Familien nachzuholen. Aus dem vorübergehenden Arbeitsaufenthalt wurde ein langfristiger Daueraufenthalt. Aus den sogenannten „Gastarbeitern“ wurden Einwanderer.
Die Dias von persönlichen Erinnerungsgegenständen, überwiegend privaten Dokumenten und Fotografien dokumentieren die Anwerbung bis 1973 und den Prozess der Niederlassung von mehr als fünf Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die heute zur Bevölkerung der Bundesrepublik angehören. Diese Historisierung ermöglicht überraschende Einblicke, die vielfach im Widerspruch zu heutigen Klischeevorstellungen stehen.
Das Honorar für den Diavortrag beträgt 360,- Euro zzgl. Reise- und ggf. Übernachtungskosten unseres Referenten.
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